Sterbesegen

Es gibt Situationen, in denen menschliches Handeln und Können an eine Grenze kommt. Eine solche Grenze ist erreicht, wenn das irdische Leben zu Ende geht und Menschen an der Schwelle des Todes stehen. Wenn nichts mehr ‚zu machen’ ist und wir erschüttert vor jener Grenze stehen, die von den Bedingungen der Schöpfung und des Lebens gesetzt ist.

Einen Menschen Gott hinhalten – nichts anderes heißt segnen in den vielfältigen Segensriten der christlichen Tradition. An Knotenpunkten und in Grenzsituationen des Lebens haben viele das Bedürfnis nach einem solchem Segen, der über die irdischen Kräfte und Begrenzungen hinausreicht. Die einmalige Lebenssituation des Sterbens verlangt geradezu danach, den Menschen und sein zu Ende gehendes Leben in diesem Sinn Gott hinzuhalten, damit er es liebevoll anschaue und in aller irdischen Bruchstückhaftigkeit annehme.

Der Sterbesegen, der in einem langen Prozess von KrankenhausseelsorgerInnen entwickelt und erprobt wurde, nimmt dieses Bedürfnis auf und antwortet ihm in Gestalt eines Segensrituals. Es bietet sich an für Situationen, in denen das Sakrament der Krankensalbung und die so genannte Wegzehrung, also der Kommunion im Angesicht des Todes, im Blick auf den Zustand des Kranken nicht stimmig oder nicht mehr möglich sind. Der Sterbesegen wird auch von Laien gespendet werden und setzt keine besondere Disposition des sterbenden Menschen voraus. Er ist ein Ritual, in dem die Lebenden, insbesondere die Angehörigen, zusammen mit dem Sterbenden die Situation des Abschieds betend gestalten. Insofern ist der Sterbesegen auch ein wertvoller Schritt auf dem Weg des Loslassens und der Trauer.

Gerne dürfen Sie sich bei uns melden und um den Sterbesegen bitten.

Folgende Mitglieder des Seelsorgeteam stehen dazu bereit: Karin Mutter, Michael Hettich, Lucia Grein.